Medizingeschichte: die Erfindung des Stethoskops

Selbst heutzutage in Zeiten der High-Tech-Medizin gilt das Stethoskop immer noch als das klassische Attribut des Arztes. Dabei liegt die Erfindung dieses eigentlich recht einfachen Diagnoseinstrumentes noch gar nicht so lange zurück. 1816 kam dem französischen Arzt René Théophile Hyacinthe Laennec (1781-1826) bei der Untersuchung einer großbusigen Dame - sei es aus sittlichen Gründen oder weil er nichts hören konnte - die Idee, Herz und Lunge statt durch direktes Abhören mit dem Ohr mithilfe eines zusammengerollten Stück Papiers abzuhören. Durch den Erfolg seiner Entdeckung angeregt entwickelte er ein Hörrohr aus Holz mit einem abgerundetem Ende zum Aufsetzen auf die Haut und einer aus Elfenbein bestehenden Ohrplatte. Er nannte seine Erfindung Stethoskop (von altgriechisch  stethos = Brust und skopeo = spähen), übersetzt etwa Brustspäher. Seine Erfindung zum Abhören des Körpers (Auskultation) setzte sich zunächst in Europa nur langsam durch; erst 1850 begann mit der Entwicklung des heute noch üblichen binauralen Stethoskops für beide Ohren durch den New Yorker Arzt George P. Camman der Siegeszug dieses Diagnoseinstruments. Bis zur Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895 war das Stethoskop das wichtigste diagnostische Hilfsmittel der Medizin und ist auch heute noch ein unerlässliches medizinisches Instrument, z. B. bei der Untersuchung der Luftwege und der Herztöne.

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© Meyer-Wagenfeld