Medizingeschichte: die wichtigsten Pandemien

Vor allem im Winter ist die Angst vor einer Pandemie in aller Munde. Unter Pandemie versteht man die landes- und kontinentenübergreifende Ausbreitung von Krankheiten, speziell Infektionskrankheiten, während der Begriff Epidemie die zeitlich und örtlich begrenzte Häufung einer Krankheit beschreibt (z. B. Tropenkrankheiten).
Im Laufe der Geschichte hatten Epi- und Pandemien teilweise katastrophale Einwirkungen auf die Menschheitsgeschichte. Während des peloponnesischen Krieges wütete zwischen 430 und 426 v. Chr. in Athen die attische Seuche, bei der gesunde Menschen einen plötzlichen Tod erlitten - auch der große Staatsmann Perikles fiel der Seuche zum Opfer. Die Epidemie brachte das damals blühende Staatssystem Athens so ins Wanken, dass es sich von dieser Katastrophe niemals richtig erholte.
Die früheste überlieferte Pandemie, die sog. Antoninische Pest (wahrscheinlich eine Pocken- oder Masernepidemie), forderte ca. 165-180/190 n. Chr. mehr als 5 Mio. Todesopfer. Die nächste größere Pandemie war die 541 n. Chr. ausgebrochene Justinianische Pest, die die Bevölkerung des oströmischen Reiches um ein Viertel dezimierte und die Auswirkungen bis ins 8. Jh. hatte.
Der großen Pestpandemie des Mittelalters, dem „Schwarzen Tod“, fiel zwischen 1347 und 1352 mit ca. 25. Mio. Toten fast ein Drittel der europäischen Bevölkerung zum Opfer. Die Pandemie brach wahrscheinlich in Asien aus und verbreitete sich über Handelswege rasend schnell in fast ganz Europa (nur große Teile Polens blieben verschont). Danach waren große Teile Europas regelrecht entvölkert. Die 3. Pestpandemie von 1896 bis ca. 1954 forderte ca. 12 Mio. Tote.
Die schlimmste Pandemie des 20. Jhs. war die „Spanische Grippe“, der 1918-1919 zwischen 10 und 50 Mio. Menschen zum Opfer fielen - damit forderte sie mehr Todesopfer als der gesamte 1. Weltkrieg. AIDS, die zweite große Pandemie des 20. Jhs., die noch andauert, forderte seit 1981 ca. 30 Mio. Tote weltweit. 

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© Meyer-Wagenfeld